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Windows 8: Content Before Chrome

Beschäftigt man sich mit Windows 8 und den darin enthaltenen Metro Style Apps, stolpert man früher oder später unweigerlich über den Slogan “Content Before Chrome”. Damit soll der Benutzer sich wieder auf das Wesentliche in einer Anwendung konzentrieren können, den Inhalt den er gerne sehen möchte…

Immerse users in the things they love

Machen wir ein Beispiel, was ist das hier?

Screenshot (2)

Na? Was ist es? Ein Bild? Joar, könnte man sagen. Ist es vielleicht mehr? Ja, es ist eine Windows 8 App zum betrachten von Bildern! Der Content einer solchen App ist das Bild selbst und dieser Content ist im Vordergrund, nichts anderes Stört den Inhalt: Keine Texte, keine Boxen, keine Menüs oder Strukturierungselemente… Nur der Content ist sichtbar, denn dafür hat der Anwender die App schließlich gestartet.

Wenn man das Bild verändern, löschen oder ein anderes Bild ansehen möchte, nutzte man sonst meist Buttons oder Menüs die gut sichtbar sind. In Windows 8 Apps existieren diese Navigations- und Strukturierungselemente ebenfalls, allerdings stehen diese an fest definierten Positionen. Möchte ich in meiner Anwendung eine Aktion ausführen oder navigieren, kann mit einem rechtsklick der Maus oder einem Fingerwisch vom oberen oder unteren Displayrand zur Mitte die App bar mit den jeweiligen Kommandos eingeblendet werden.

Screenshot (3)

Dann wird neben dem Titel auch der Backbutton eingeblendet, mit dem in meiner Ordnerstruktur navigiert werden kann. Elemente wie die Buttons in der AppBar oder Navigationselemente sind Chrome. Chrome ist notwendig, damit der Benutzer mit einer Anwendung arbeiten kann aber ist nicht nötig wenn der Inhalt betrachtet werden soll.

Klassisches Design versus Metro Style

Im Beispiel unten ist ein RSS-Reader zu Zeiten von Windows 7 zu sehen.

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Wie in fast jeder Anwendung gibt es eine hierarchische Ordnung der Daten, so lässt sich auf der linken Seite in einem TreeMenü der Feed auswählen und im oberen rechten Fenster können die jeweiligen Einträge des Feeds ausgewählt werden. Im unteren rechten Bereich schließlich kann der Feedeintrag gelesen werden. Überlegt man sich, das dass Lesen eines Eintrags die eigentliche Hauptaufgabe ist, die ein Anwender mit diesem Programm durchführen soll, ist es verwunderlich, dass dafür nur 1/4 des Platzes zur Verfügung steht. Hier steht der Inhalt nicht vor der Navigation und Strukturierung sondern gleichauf oder eher im Hintergrund.

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Entfernt man die Navigationselemente und Boxen, Buttons und Listen und stellt den Content in den Vordergrund, erhält man eine Windows 8 App im Sinne des Metro Style. Dazu sind natürlich noch mehr Schritte notwendig, aber dazu mehr in einem späteren Blogpost. In der Anwendung oben ist jeder einzelne Pixel für den Inhalt reserviert, den Content. Dadurch wirkt die Anwendung mehr, verliert nicht an Struktur und ist harmonischer.  Der Chrome ist in die AppBar oder in die CharmsBar gewandert und stört beim betrachten des Inhalts nicht, ist aber weiterhin vorhanden.

Ist Chrome schlecht?

Nein! Es gibt Anwendungen für die Chrome sinnvoll und unverzichtbar ist. Schaut man sich Adobe Photoshop an so ist dies eine Anwendung deren Zweck es ist Bilder zu bearbeiten. Zum Bearbeiten ist es sinnvoll, dass alle dafür notwendigen Aktionen, und damit der entsprechende Chrome, sichtbar und zugänglich sind. Solche Anwendungen sind auf die Nutzung von Maus und Tastatur ausgelegt, die nach wie vor die jeweils besten Eingabewerkzeuge für Punktinteraktion und Textinteraktion sind und könnten ohnehin nur schwer im Touchbetrieb genutzt werden. Ein Großteil der anderen Anwendungen jedoch, kümmert sich um eine Darstellung von Inhalten und das sind zumeist die Anwendungen, die von Benutzern im mobilen Betrieb genutzt werden, da da meist eher Content konsumiert als produziert wird. Bei genau solchen Anwendungen sollte man auf Content Before Chrome achten, denn auf einem 7” gerät mit Mindestauflösung sollte man dem Benutzer keinen einzigen wertvollen Pixel für die Navigation klauen, sondern ihm lieber das zeigen, weshalb er unsere App (hoffentlich) gekauft hat, den Content!

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