Training - Beratung - Projektarbeiten

www.David-Tielke.de

Windows Phone 8–Ich falle echt vom Glauben ab Microsoft…

Ich bin seit einem Monat stolzer Besitzer eines Nokia 1520 und ich liebe es. Jeder der mich kennt weiß, dass ich ein großer Fan von diesem Betriebssystem bin auch wenn ich mir der vielen Schwächen bewusst bin– manche nennen es auch “MS Fanboy”… Zwinkerndes Smiley 

Aber neben dem Taschenrechner-Bug, den Microsoft seit der ersten Version im Oktober 2010 nicht gefixt bekommen hat, hat mich heute ein weiteres “Feature” einfach nur sprachlos gemacht.

Die Kalenderapp in WP8 funktioniert – mehr aber auch nicht. Es fehlt leider eine Wochenansicht, eine gescheite Übersicht der nächsten anstehenden Termine und die Monatsansicht war bisher auf den “alten” WP-Geräten mangels Größe und Auflösung einfach unlesbar.

Ich muss zugeben, ich suche bei Terminabsprachen meist aus diesem Grund direkt im Outlook aber heute wollte ich schauen, ob es auf dem 6” großen FullHD-Display besser lesbar ist. Als erstes wird die neue Auflösung nicht genutzt, heißt ich habe fast dieselbe Größe wie vorher:

wp_ss_20140207_0002

Aber endlich kann man, dank der großen Auflösung, den winzigen Text entziffern oder viel mehr erraten. Aber wirklich etwas bringen wird es nicht, denn (und das muss man sich mal vorstellen) es wird Blindtext angezeigt:

image

Zusätzlich passt nicht mal die Anzahl der angezeigten Termine…

Ich muss ja sagen als Entwickler habe ich sehr viel Verständnis für Fehler in Softwareprodukten, zumindest mehr als es ein nicht-Entwickler hat, aber das hier ist wirklich der Wahnsinn. Nicht nur das man dem Benutzer eine Ansicht bietet, die schlichtweg nicht zu benutzen ist (Zoom funktioniert nicht) sondern sie zeigt weder die richtige Anzahl der Termine noch den richtigen Text an.

Hat man sich gedacht das die Ansicht so schlecht ist, dass es eh niemandem auffallen wird? Ich bin wirklich sprachlos…

Windows Phone 8–Lasst uns munter Fehler machen…

Bei der Eroberung im mobilen Bereich steht Microsoft sich seit vielen Jahren selbst im Weg – wo der Kampf im Store durch die Massenproduktion an (teilweise) guten Apps im Moment erst einmal gewonnen scheint, musste man zusehen, wie viele Hersteller dem Betriebssystem den Rücken kehrten. Wo am Anfang mit HTC, Samsung und LG namhafte Hersteller mit im Boot waren und erste Geräte auf den Markt brachten, ist heute Nokia allein auf weiter Flur und die Geräte von HTC und Samsung kann man allenfalls noch als Zugeständnis an einen langjährigen Softwarepartner verstehen.

Nokia dominiert den langsam aufsteigenden Windows Phone-Markt – keine Frage. Wenn wirkliche Innovationen die WP8 Geräte interessant gemacht haben, kamen diese immer von Nokia – niemals von Microsoft selbst. Neben den ausgezeichneten Kameras in den Modellen 920, 925, 1020 und 1520 half Nokia vor allem mit überragenden Apps dem Betriebssystem auf die Sprünge. Nokia versteht eben etwas vom mobilen Geschäft, was man bei Microsoft im Moment leider bezweifeln muss. Jeder der einmal ein HTC- und ein Nokia-Gerät in den Händen gehalten hat, wird verstehen was ich meine.

Die Übernahme Nokias durch Microsoft scheint besiegelte Sache zu sein und auch die wenigen Hürden wurden Anfang des Jahres durch die Zustimmung von Aktionären und EU-Komission genommen. Man hat sich also das fehlende Know-How eingekauft, kein schlechter Deal da die Partnerschaft wirklich gut funktioniert hat bisher.

Heute habe ich mein Nokia 1520 bekommen, ein ausgezeichnetes Gerät und mit einem 6” Full-HD Display und Snapdragon 800 Prozessor auch endlich ein Gerät auf Augenhöhe mit den Android-Flagschiffen. Geschwindigkeit, Display, Kamera und alles erdenkliche – Ausgezeichnet! Mit auf den Gerät auch die neue Windows Phone 8 Version GDR3. Microsoft reglementiert die Hardwareausstattung aller Geräte, auf denen Windows Phone 8 laufen soll. Was bei den Minimalanforderungen noch Sinn ergibt, bremst leider die gesamte Entwicklung bei den Highend-Geräten. Während Full-HD Displays bei Android seit Jahren Standard sind, ist dieses erst mit dem aktuellen Update möglich und mangels Hardwarepartnern ist das 1520 von Nokia bisher das einzige Gerät mit solch einer Auflösung. Man kann nun über die Sinnhaftigkeit von solchen Auflösungen diskutieren, genau wie die Sinnhaftigkeit einer 40MP-Kamera im 1020, aber ein Kaufargument für so manchen Kunden ist es allemal.

So schön diese Neuerung im Bereich der Displayauflösung auch ist, leider ist das die einzig wirklich erwähnenswerte Erweiterung des mittlerweile über drei Jahre alten Betriebssystems. Seit Jahren werden viele kleine Dinge bemängelt, die sowohl das Betriebssystem an sich betreffen (Kein Notificationcenter, usw.) als auch das Entwicklungsmodell (Stark limitierte Backgroundtasks, kein voller Zugriff auf den Kalender,…) stark beeinträchtigen. Wirkliche Schritte in diesem Bereich hat Microsoft in dieser Zeit nicht gemacht.

Wo andere Plattformen schwächen im Softwarebereich durch gute Apps ausbessern, ist dies im Windows Phone Bereich derzeit meist unmöglich. Sie möchten Termine editieren, die im Kalender gespeichert sind? Geht nicht… Sie möchten alle 5 Minuten im Hintergrund einen Webdienst abfragen? Geht nicht… (Nur mindestens alle 30 Minuten). Die penible Verwaltung der zur Verfügung stehenden Ressourcen ist eine große Stärke von Windows Phone, aber leider auch eine große Schwäche, welche die Umsetzung von sehr vielen beliebten Android und iOS-Apps einfach unmöglich machen.

Schaut man sich die Ankündigungen bzgl. neuer Features an, ist dort leider nicht viel neues in Sicht und so muss Microsoft sich die Frage gefallen lassen, was das Team seit dem Launch im Oktober 2010 an der Plattform wirklich gemacht hat. Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich bin ein Begeisterter Nutzer von Windows Phone aber es ist mir einfach unbegreiflich, warum ein Global Player wie Microsoft seit Jahren tatenlos zusieht, wie eine Plattform mit großen Potential einfach nur vor sich hin dümpelt und mal wieder den entscheidenden Schritt nach vorne verpasst, nachdem man diesen Trend vollkommen verschlafen hat und man nun eigentlich das Feld von hinten aufräumen müsste.

Derzeit findet die CES in Las Vegas statt und der Trend in diesem Jahr sind Wearables, also früher alltägliche Gegenstände wie Brillen, Uhren, Armbänder und vieles anderes Mehr. Nahezu jede Technologieprognose der nächsten Jahre sagt einen regelrechten Boom des “Internet of Everything” voraus, also das vernetzten von alltäglichen Dingen die wir jeden Tag im Leben nutzen. Nun ist Google mit der Datenbrille Google Glass und einer schier gigantischen Nutzerbasis an Android-Geräten natürlich im Vorteil, aber auch bei Apple vermutet man die Arbeit an einer iWatch. Auch sonst hat nahezu jeder Hersteller solche Devices im Angebot, die in Kombination mit einem Android oder iOS-Gerät genutzt werden können. Warum kein Windows Phone? Natürlich, weil die Nutzerbasis derzeit noch nicht so groß ist. Klar wird irgendwann auch eine Unterstützung für Windows Phone vorhanden sein, da sich jeder die “gesamte Plattform” auf die Fahne schreiben möchte.

Aber was bedeutet das für Windows Phone 8? Nachdem man den Trend im Smartphone und Tablet-Bereich hinterher rennt und verzweifelt Anschluss in selbigem sucht, wird nun der nächste Trend verschlafen? Ist der Trend erst bei den Consumern angekommen, werden wahrscheinlich die wenigsten Kunden auf eine Plattform zurückgreifen, die diesen nicht unterstützt. Ein großer Teil der Wearables wurde von Startups produziert und zum Teil über Plattformen wie Kickstarter finanziert, siehe die Pebble-Watch. War es Microsoft da nicht möglich, einige dieser Startups zu unterstützen um so bei dem Trend der nächsten Jahre eine Unterstützung für Windows Phone 8 von Anfang an zu bekommen? Wie gern hätte ich eine Smartwatch, leider gibt es bis heute keine, die mit Windows 8 funktionieren würde. Leider ist auch keine Besserung in Aussicht und so werde ich mal wieder mit meiner WP8-kompatiblen Smartwatch rumlaufen dürfen, während die Nutzer zahlreicher anderer Plattformen schon auf der nächsten Trendwelle reitet – Thumbs Up Microsoft!

Was man aus Windows Phone 8 und Windows RT machen könnte–Das Smartphonetabletnotebook mit Dockingstation

clip_image001

Machen wir uns nichts vor, Microsoft hat im Bereich Phones und Tablets ihren damaligen Vorsprung verstreichen lassen und den Boom überhaupt im Homecomputingbereich in den letzten Jahren hoffnungslos verschlafen. Während Windows Phone sich mühselig und eichhörnchenmäßig langsam etwas Marktanteil erkämpft, hat Microsoft ein neues Sorgenkind: Windows RT.

Eigentlich ist Windows RT nicht schlecht. Das Hauptproblem der derzeitigen Computerbranche ist es, das die üblichen Aufgaben in einem Haushalt mit einem Tablet abgedeckt werden: Surfen, Mailen und Briefe schreiben. Mit dieser Intention (vermute ich) hat Microsoft auch die Entscheidung getroffen, Windows RT zu entwickeln. Etwas was genau so aussieht wie ein richtiges Windows 8, aber unter der Haube etwas anders tickt. Anstatt Intels x86 Plattform nutzt Windows RT die sehr stormsparende ARM-Architektur und erkauft sich mit einen Vorteil einen sehr sehr großen Nachteil: da die Plattform nicht länger x86 ist, laufen auch die traditionellen Windowsprogramme nicht auf Windows RT, da die Anwendungen für eine andere Prozessorarchitektur entwickelt wurden.

Aber wie schon gesagt, die üblichen Tasks  die alle anderen Tablets so groß gemacht haben, sind Surfen, Mailen und Briefe schreiben und genau das kann man auch mit Windows RT, denn neben dem Internet Explorer und der Mail-App liefert Microsoft ein abgespecktes Office direkt mit: Word, Excel, Powerpoint und OneNote gibt es gratis.

Auch die Geräte für Windows RT sind cool: schlank und mit langer Akkulaufzeit. Egal welches Gerät man in der Hand hält, von der Verarbeitung her steht es einem iPad oder Samsung Tablet mit Android meist in nichts nach. Nimmt man das hauseigene Surface RT schlägt man (meiner Meinung nach) sogar alle anderen, was die Verarbeitung und Handhabbarkeit des Gerätes angeht. Neben einem Kickstand zum aufstellen ist in dem andockbaren Cover wahlweise sogar eine Touchtastatur oder eine richtige Tastatur enthalten – awesome.

Ich hatte die Möglichkeit auf Konferenzen und zuhause ein Surface RT länger und ausgiebiger zu testen und ich war wirklich begeistert. Für die oben angesprochenen Tasks gefiel es mir wesentlich besser als mein iPad oder ein vergleichabares Gerät mit Googles Android.

Aber was viele schon im Vorfeld als möglichen Fehler auf Seiten Microsofts bekundeten, ist leider auch genau so eingetroffen: die Kommunikation mit dem Kunden was den Unterschied zwischen Windows 8 und Windows RT angeht. Viele Kunden kaufen naiv ein Windows RT gerät und wundern sich daheim, warum kein einzige der teuer erworbenen Anwendungen wie Photoshop oder sonstige installiert werden können. Leider kommuniziert Microsoft das Betriebssystem und die Geräte nicht für die angesprochene Tasks Surfen, Mailen und Briefe schreiben, sondern als eierlegende Wollmilchsau und das ist sie nun mal leider nicht.

Aber was könnte man aus den beiden Sorgenkindern Windows Phone 8 und Windows RT machen? Schaut man sich aktuelle Trends an, so scheinen viele Hersteller den Weg zu gehen, ein einheitliches Gerät zu bauen. Derzeit gibt es in vielen Haushalten nicht selten einen Desktoprechner (oder Notebook), ein Tablet und ein oder mehrere Smartphones. Da ist der Gedanke, ein Gerät für alles andere zu bauen sehr nahe liegend: In den neuen Windows Phone 8 Geräten ist meist ein leistungsstarker ARM-Prozessor wie der Snapdragon 800 verbaut, welcher dieselbe Architektur nutzt wie für Windows RT von nöten ist. Warum also nicht beides kombinieren? Derzeit gibt es Duzende Konzepte und Versuche diesen Schritt zu wagen, meistens scheitert er aber mangels finanziellen Mitteln oder weil entsprechende Betriebssysteme fehlen. Schaut man sich das Ubuntu-Projekt an, scheinen diese damit schon sehr weit fortgeschritten zu sein.  Ein Smartphone mit dem telefoniert werden kann und daheim kann es in einer Dockingstation als normales Ubuntu-Rechner genutzt werden – genial.

clip_image001[5]

Klar ist, das der aktuelle Trend weg vom Notebook hin zu noch mobileren Geräten geht. Viele die ein solches Gerät erwerben, merken jedoch schnell, dass man ohne das traditionelle Notebook doch viele Dinge nicht so gut lösen kann. Microsoft hätte alles was man für ein entsprechendes Produkt benötigt: Ein Smartphonebetriebssystem, ein Desktopbetriebssystem sowie seit einigen Tagen auch eine entsprechende Abteilung für gute Hardware, Nokia.

Gute Beispiele gibt es bereits: Asus ist schon seit mehr als seinem Jahr mit seinem Phone Pad auf dem Markt. Ein Android Smartphone, welches bei Bedarf auf die Rückseite eines Tablets gesteckt werden und dann als solches genutzt werden kann.

 

Daher wäre mein Vorschlag, wenn schon zwei Betriebssysteme für die ARM-Platform zur Verfügung stehen, warum nicht ein Gerät aus eigenem Hause herstellen, welches es ermöglicht sowohl die neu high-mobility Welt zu nutzen, als auch die klassische Notebook- und Desktop-Welt. Ein einziges Smartphone mit Windows Phone 8, welches wie ein normales Smartphone genutzt werden kann. Steckt man es in eine Dockingstation mit angeschlossenem Bildschirm, Tastatur und Maus bootet jedoch Windows RT und man ist in der Lage zu Surfen, zu Mailen oder das Office-Paket zu nutzen. Zusätzlich könnte man die Padphone-Idee aufgreifen und verbessern. Das Windows Phone kann rückseitig in ein Tablet gesteckt werden und auch hier bootet wieder Windows RT. Zusätzlich würde man mit einem Tastaturdock noch höhere Akkulaufzeiten erreichen und hätte einen perfekten Notebookersatz.

Damit hätte man ein Gerät, welches im Homebereich die Geräte Smartphone, Tablet, Notebook und Desktop ersetzen würde. Mit solch einem Produkt würde man wirklich versuchen, den nächsten Schritt zu gehen, anstatt nur wieder das zu machen, was bereits einige andere Hersteller gemacht haben.

Natürlich könnte man jetzt diskutieren, das man weiterhin keine klassischen Desktopanwendungen auf dem System nutzen könnte, das stimmt. Aber bei den aktuellen Entwicklungen bei Intel im Bereich der Prozessoren für Smartphones, könnte man auch über ein Smartphone mit den kommenden BayTrail-Prozessoren nachdenken und mit denen könnte man dann alle x86-kompilierten Anwendungen ausführen und das auch noch schnell und stromsparend.

Also ich würde mir so ein Smartphonetablenotebook (Notiz an mich: Namen schützen lassen…) mit Dockingstation kaufen… Zwinkerndes Smiley