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Android Wear - Mein Fazit nach einem Monat

Ich liebe Gadgets und technische Spielereien einfach. Als Google vor einiger Zeit das neue OS Android Wear für Smartwatches vorstellte, war mir sofort klar: Das mußt du unbedingt haben!
Gesagt, getan! Pünktlich zum erscheinen der ersten Geräte, bestellte ich mir eine Samsung Gear Live in schwarz im Google Playstore und erhielt sie auch direkt am nächsten Tag. Vorher schon klar, trotzdem ein sehr sehr schwerer Abschied auf Zeit: Mein borussen-gelbes Lumia 1520 musste weichen, denn leider lassen sich Smartwatches mit Android Wear nur mit entsprechenden Android-Smartphones koppeln. Also wurde mein "altes" Galaxy Note 2 reaktiviert, geladen und mit der Smartwatch verbunden.

Das Device an sich ist relativ simpel aber trotzdem sehr funktionsreich. Die normalerweise auf dem Smartphone im Notification Center dargestellten Informationen erscheinen nun ebenfalls auf der Smartwatch als sogn. Cards. Zusätzlich können Apps direkt auf der Smartwatch installiert werden und dort dann entweder standalone ausgeführt werden (Stoppuhr, Herzschrittmesser) oder teilfunktionalitäten von Apps übernehmen, die auf dem Smartphone installiert werden. Die Bedienung funktioniert zum einen mit Wischgesten (oben/unten wechsel zwischen Karten, Rechts nach links weitere Informationen zu einer Karte und links nach rechts Karte ausblenden) und zum anderen mittels "Ok, Google" Sprachbefehle.

Einfachere Bedienung

Ich bin ein exzessiver Nutzer von Notiz-Apps wie OneNote oder Evernote, mache also stets Notizen zu allen möglichen Aktivitäten die ich durchführe. Natürlich ist es super nervig jedes Mal das Handy zu zücken, die entsprechende App zu öffnen und danach mühsam auf der Tastatur die Notiz einzugeben. Viel besser ist da natürlich "Ok, Google. Notiz erstellen Konzept bis Freitag an Herrn Maier". Klar - in der Öffentlichkeit ist das genau so ein No-Go wie monologe mit Siri oder S-Voice, aber in Situationen wie z.B. im Auto ist es super simpel und erstaunlich genau, was die Erkennung der Sprache angeht. Generell funktioniert die Steuerung mittels Sprache erstaunlich gut. Funktionen die normalerweise längere Zeit auf dem Smartphone in Anspruch nehmen, wie Wecker stellen, Erinnerung einstellen oder eine Stoppuhr starten funktioniert hier mit einem simplen Sprachkommando. Mir ist durchaus bewusst, das Android das von Haus aus schon seit etlichen Versionen beherscht, jedoch ist es wesentlich einfacher kurz den Arm zu heben und den entscheidenen Satz zu sprechen, als erst das Smartphone heraus zu holen, zu entsperren, Google Search zu starten und anschließend das Kommando abzugeben. Auch ist das tätigen von Anrufen viel angenehmer, besonders in SItuationen bei denen man mit einem Headset oder einer Freisprecheinrichtung arbeitet: "Ok, Google. Rufe meine Frau zuhause an." - und schon wird die Nummer gewählt.

Informationen bereitstellen

Apps stellen Informationen bereit - manche tun dies für eine kurze Zeitspanne (z.B. das Wetter) und andere wiederum erfordern im Minutentakt die Neuauswertung der Informationen. Beispielsweise sieht man immer wieder Personen durch Städte laufen, das Smartphone in der Hand mit gestarteter Navigationssoftware. Das ganze sieht nicht nur unglaublich bescheuert aus sondern ist natürlich auch mit entsprechenden Gefahren verbunden. Nutzt man Google Maps mit Android Wear, wird die nächste Aktion (z.B. Rechts Abbiegen in Kurstraße" als Karte auf dem Smartphonedisplay angezeigt und mit einem leichten Vibrieren der Uhr verbunden. Dadurch sind Hände und Aufmerksamkeit frei für den Straßenverkehr und andere Dinge. Wird der Punkt erreicht, an dem beispielsweise abgebogen werden muss, vibriert die Uhr und nach einem kurzen Blick ist klar wo und in welche Straße man weiter gehen muß. Egal ob es Informationen wie Wetter, Nachrichten, Emails oder eine Route ist, jeder wird mir zustimmen, dass wir in unserem Leben viel zu oft auf das Smartphone schauen. Mit der zielgerichteten Darstellung der wichtigsten Informationen kann dem vorgebeugt werden. Wo ich früher bis zu 130 Mal am Tag auf mein Smartphone geschaut habe, reduziert sich dies heute auf 20-30 Mal.

Noch in den Kinderschuhen

Klingt doch alles ganz gut, oder? Naja, nicht ganz. Natürlich hat diese Uhr viele nützliche Seiten, aber wie jede frühe Technologie hat sie auch eine Menge Nachteile. Zum einen natürlich die Akkulaufzeit. Meine Gear Live hat irgendetwas um die 400mAh Akkuleistung und das reicht bei (meiner) Nutzung knapp einen Tag. Morgens um 6 Uhr aus der Ladeschale genommen, ist meist um 21 Uhr Abends die Uhr schon wieder leer. Ohne entsprechende Ladeschale kann die Uhr jedoch auch nicht aufgeladen werden. In der Uhr ist ein Snapdragon 400 Quadcore-CPU verbaut, der natürlich neben dem AMOLED-Display eine Menge an Energie benötigt. Weiterhin benötigt die Uhr zwingend eine Verbindung zum Smartphone, ohne ist sie Nutzlos - das hatte man schon vermutet. Aber hat das Smartphone keine Internetverbindung so kann dieses auch nicht mit der Smartwatch kommunizieren. Jeder Befehl, jede Card die dargestellt werden soll, muss über Googles Server laufen, egal ob es sich um Wetter, eine Route oder die Informationen zu einem Song handelt. Weiterhin ist der App-Lifecycle unter Android Wear sehr merkwürdig. Wenn im Supermarkt die Keep-App geöffnet wird, können einzelne Punkte auf der Liste abgehakt werden. Sobald das Display der Smartwatch jedoch ausgeschaltet wird, wird auch die entsprechende App geschlossen. Hat man also zu lange bei dem Beladen der Bierkisten benötigt, wurde der Einkaufszettel geschlossen und muss neu geöffnet werden.

Technologie lächerlich erscheinen lassen

Ich weiß nicht warum gerade die Gadget-Industrie so gut darin ist, ein eigentlich gutes Produkt mit lächerlichen Funktionen mehr oder weniger zu einem Witzprodukt werden zu lassen. Wozu benötige ich einen Schrittzähler, der anhand der Armbewegung meine Schritte zählt? Beim schreiben dieses Beitrags bin ich bereits 784 Schritte gelaufen - so bloggt man sich schlank! Ein Pulsmesser ist natürlich für Sporttreibende genial - aber warum muss ich die App starten und kann dann nur einmal messen? Soll ich meinen Lauf unterbrechen und schwitzend wie ein Schwein meine Uhr bitten meinen Puls zu messen?!? Es ist meiner Meinung nach schade, dass in den letzten Jahren alle guten Geräte meinen Trends und Hypes wie den Fitnessgadgets hinterherzurennen. Ein wirklich nützliches Feature wie eine superhelle LED an der Smartwatch, die mit "Ok, Google. Taschenlampe an" betätigt wird, wären ein wirkliches Killerfeature gewesen.

Was bleibt?

Lohnt sich eine Smartwatch? Ist es wirklich ein Device für die Zukunft oder nicht? Meiner Meinung nach ist es ein großartiges Konzept, welches aber versucht zu viele Dinge abzudecken und dabei kaum etwas davon richtig macht. Voicecommands sind cool - mit Cloudzwang jedoch nicht. Fitnessgadgets sind cool - aber in einem entsprechenden Device bitte. Ich habe mich mit Android Wear oft an die Zeit erinnert, als ich die ersten Smartphones von Google in der Hand gehalten habe - eine Geräteklasse die vielleicht eine große Zukunft hat, aber frühestens in 2-3 Jahren so weit ausgereift ist, das es wirklich Massentauglich ist. Ich persönlich mag meine Smartwatch, werde aber wohl nicht ewig das Mutterschiff Android ertragen können sondern bald wieder mein geliebtes borussia-gelbes Lumia anschalten. Aber eine persönliche Revolution gibt es für mich dann doch noch, ich muss nur meinen Arm heben, auf die Smartwatch schauen und sehe direkt, wie viel Uhr es ist - eine neu entdeckte Erfahrung die mich in der Ära Smartphone dann doch etwas hat schmunzeln lassen.

DWX 2014: Projektdateien & Folien

UnbenanntVom 14.07. bis 16.07.  findet (bzw. fand) in Nürnberg wieder die Developer Weeks in Nürnberg statt. Neben den Themen Visual Studio 2013 und Visual Studio Online durfte ich außerdem die Themen “Softwarekomponenten”, “Inversion of Control” und “Softwarearchitekturen für die Praxis” beleuchten. Neben den Folien waren aber vor allem für sehr viele Teilnehmer die erstellen Projekte von Interesse. Hier nun also die jeweilig erstellten VS-Projekte für die einzelnen Vorträge sowie die Folien für Softwarekomponenten.

An dieser Stelle an alle Teilnehmer noch einmal vielen Dank für das zahlreiche Erscheinen in den Sessions und dem wahnsinnigen Feedback danach, so machen Konferenzen wirklich Spaß.

 

Links
IoC - VS 2013 Projekt
SA für die Praxis - VS 2013 Projekt
Softwarekomponenten - VS 2013 Projekt
Softwarekomponenten - Folien

Vortrag “Softwarekomponenten” bei der UG Soest/Lippstadt

Gestern war ich als Sprecher bei der neu gegründeten UG Soest/Lippstadt unterwegs, wo ich in 2,5 Stunden eine Kurzfassung meines Workshops “Architekturen mit Softwarekomponenten” als Vortrag präsentieren durfte. Die Insgesamt ca. 30 Teilnehmer hörten in dieser Zeit einiges zu Problemen vieler Anwendungen, Grundlagen wie SRP, ISP, IoC & Co sowie eine ausführliche Erläuterung von Mehrschichtenarchitekturen und wie diese effizienter mit Softwarekomponenten umgesetzt werden können. Alle Materialien dieses Vortrages stelle ich nun hier zur Verfügung.

Die neue UG Soest/Lippstadt ist deutschlandweit die erste UG die versucht zwei Städte gemeinsam zu verbinden und so finden die Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat statt. Der Ort wechselt dabei monatlich zwischen Soest  (Aagon GmbH) und Lippstadt (Ferber-Software GmbH) und ist, zumindest gestern in Lippstadt, dank zentraler Lage in der nähe des Bahnhofs, ideal zu erreichen. Wie jede andere neu gegründete UG ist auch die UG Soest/Lippstadt noch auf der Suche nach neuen Mitgliedern, wer also in diesem Bereich wohnhaft ist oder gar arbeitet, sollte sich das Ganze auf jeden Fall einmal anschauen.

Links
Folien & Projekte
UG Soest / Lippstadt