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IMHO: Microsoft präsentiert das Surface 2 und das das Surface 2 Pro

Mit den beiden Tablets Surface RT und Surface Pro hat Microsoft keinen guten Start erwischt. Währen das RT allein schon durch das “abgespeckte” Windows RT einen schweren Stand hatte und hat, wurde nach dem Launch das Pro von vielen begeistert erwartet. Als Microsoft es dann jedoch ein knappes halbes Jahr später nach und nach in anderen Ländern jenseits der USA veröffentlichte, war es technisch eigentlich schon wieder überholt und auch so gab es zu beiden Geräten einiges an Kritik die, so sollte man meinen, bei Microsoft eigentlich gehört werden sollte.

Surface RT

Das Gerät an sich ist sehr gut verarbeitet, allerdings war zu Zeiten eines Nexus 10 oder iPads mit Retina Display die Auflösung von 1366x768 bereits überholt und zusammen mit der schwachen Tegra 3 Plattform fiel das Gerät bei so gut wie jeder Szeneseite durch und fand ich im besten Fall irgendwo im Mittelfeld wieder. Zusätzlich wurde bemängelt, dass im Desktopmodus das Gerät mangels präziser Eingabe nur schlecht genutzt werden konnte. Wo bei dem Surface Pro noch ein Stylus diesen Job hervorragend löste, musste man bei dem RT-Gerät auf den Finger ausweichen. Warum Microsoft weder einen Stylus noch eine Option mit UMTS anbot, wird ihr Geheimnis bleiben. Auch die angebotenen Speichervarianten sorgen für Ärger, denn bei einem 32GB Gerät waren nach dem aktivieren nur noch wenige GB für den eigentlichen Betrieb frei. Obgleich die Office-Suite bereits vorinstalliert war, vermissten viele Outlook, welches allerdings mit Windows 8.1 nachgeliefert werden wird. Der am Gerät angebrachte Kickstand war eine gute Idee, allerdings war es schwierig das Gerät bei nur einem Aufstellwinkel zu nutzen und so konnte ein Videocall bei Skype nicht durchgeführt werden, ohne dazu das Gerät anzuheben.

Surface Pro

Ein vollwertiger PC in einem Tablet-Device – klingt gut, allerdings waren auch hier viele Punkte die von den Szeneseiten beanstandet wurden. Als erstes fiel die schlechte Akkulaufzeit mit 5 Stunden auf. Was für ein Notebook ein guter Wert war, konnte natürlich im Tablet-Segment nicht gegen ein iPad mit 10 Stunden oder mehr antreten. Das man jedoch ein vollwertiges Ultrabook in den Händen hielt, vergaßen leider viele. Die Dicke des Geräts hatte fast das doppelte wie bei einem iPad und das Gewicht fiel mit knapp einem Kilo ebenfalls nicht tabletkonform aus. Auch wenn viele dem Surface ohnehin die Pest an den Hals wünschten, so war zumindest das Surface Pro ein Erfolg und zeigte als einziges Gerät auf dem Markt (für lange Zeit) was mit der Plattform Windows 8 alles möglich war.

Die neue Ära

Man sollte meinen die Ingenieure bei Microsoft hatten eine Menge Vorgaben die es umzusetzen galt. Zusätzlich war zwischenzeitlich auch die neue Haswell-Plattform von Intel erschienen und andere Hersteller hatten bereits eindrucksvoll bewiesen, das schlanke und leistungsfähige Windows 8 Tablet mit einer enormen Akkulaufzeit möglich sind. So kommen die aktuellen Geräte von Sony (Vaio Duo 13, Vaio Pro, Vaio Tab 11 und Vaio multi-flip) alle auf Laufzeiten >10 Stunden. Gleichzeitig hat sich im letzten Jahr aber auch der Tabletmarkt ein wenig geändert. Wo anfangs noch 10” und 9” die dominierenden Displaygrößen waren, etablierten sich im letzten Jahr immer mehr die 7” Geräte wie das Nexus 7 mit Preisen unter 300 €. Leider waren solche Geräte lange Zeit nicht denkbar, da die von Microsoft festgesetzten Anforderungen eine Mindestdisplaygröße von 10” vorschrieb und somit diesem einen Riegel vorschob. Vor einiger Zeit jedoch lockerte Microsoft nicht nur diesen Punkt, sondern auch die minimale Auflösung des Displays. Kurze Zeit später lieferte Acer mit dem Iconia W3 das erste Tablet in diesem Formfaktor, welches von den Consumern sehr gut angenommen wurde.

Surface (RT) 2

Nun wurde also heute das neue Surface RT Gerät vorgestellt – in der Theorie zumindest, denn Microsoft strich das “RT” kurzerhand aus der Produktbezeichnung und fortan wird es nur noch Surface 2 heißen.

CNet: Das Surface 2 HandsOn

    Technische Daten Surface 2 (Quelle www.mobilegeeks.de)
    Maße: 27,45 x 17,24 x 0,89 cm
    Gewicht: 676 Gramm
    Gehäuse: VaporMg/Magnesium (Farbe: Silber)
    CPU: NVIDIA Tegra 4 (T40) 1.7 GHz Quad Core
    Speicher: 32 oder 64 GB
    Display: 10.6” ClearType Full HD Display/Auflösung 1920 x 1080p /16:9 (widescreen)/5-point multi-Touch
    RAM: 2 GB
    Konnektivität: Wi-Fi (802.11a/b/g/n) / Bluetooth 4.0 / USB 3.0
    Laufzeit: Bis zu zehn Stunden, 7-15 Tage im Standby
    Preise: 429 € / 529 €

Kein UMTS-Modul, kein 3k-Auflösung wie einige aktuell gelaunchten Tablets besitzen und das schlimmste: immer noch kein Stylus! Man hat also (mal wieder) nur auf einen Stand aufgeholt, den Android-Tablets bereits vor einem halben Jahr hatten. Zusammen mit dem unliebsamen Betriebssystem wird es das Surface 2 nicht leichter auf dem Markt haben als sein Vorgänger und warum Microsoft nicht die Varianten mit 32GB gestrichen hat und eine zusätzliche 128GB Variante eingeführt hat, bleibt mir ein Rätsel. Das Fazit der Testberichte in den nächsten Monaten kann man bereits erahnen und der Markt wird auch das neue Surface 2 nicht annehmen.

Dabei hätte Microsoft eine geniale Alternative: ein Gerät wie das Surface 2 mit dem neuen Bay-Trail Chipsatz von Intel, welcher schlanke, günstige und leistungsfähige Geräte im Bereich von 300€ ermöglicht. Wäre ein solcher Prozessor verbaut könnte man auch ein vollwertiges Windows 8 inklusive aller beliebten (Dekstop-)Anwendungen installieren. Aber da Microsoft als letzter ernsthafter Hersteller von Windows RT Geräten verlieben ist, wäre dies gleichbedeutend mit der Aufgabe von Windows RT. Auf lange Sich wird Microsoft sich selbst fragen müssen, ob man an einem Fehler festhalten möchte, um das Gesicht zu wahren, oder diese einmalige Chance ergreifen möchte, im Tabletmarkt doch noch eine größere Rolle zu spielen.

Surface 2 Pro

Hier ist der Name geblieben und leider auch das dicke Gehäuse und das massive Gewicht von knapp 1kg. Schaut man sich das Gerät an, so scheint es keine wirkliche Verbesserung gegeben zu haben, als ein Update auf die neue Haswell-Plattform, sowie der schon beim Surface 2 erwähnte 2-stufige Kickstand.

CNet: Surface 2 Pro HandsOn

Technische Daten Surface 2 Pro (Quelle: www.mobilegeeks.de)
Maße: 27,45 x 17,29 x 1,34 cm
Gewicht: 907 Gramm
Gehäuse: VaporMg/Magnesium (Farbe: Dark Titanium)
Speicher: 64, 128 256 oder 512 GB
Display: 10.6” ClearType Full HD Display/Auflösung 1920 x 1080p /16:9 (widescreen)/10-point multi-Touch
(Auflösung an externen Displays bis maximal 3840×2160 Pixel)
CPU: Intel Core i5-4200U (1.6 GHz mit Intel Turbo Boost bis zu 2,6 GHz) mit Intel HD Graphics 4400
RAM: 4 oder 8 GB
Konnektivität: Wi-Fi (802.11a/b/g/n) / Bluetooth 4.0 / USB 3.0
Laufzeit: keine Angabe, Akku: 42 W-h

Bedingt durch das Plattformupdate hat sich die Akkulaufzeit um 70% verbessert, ein toller Wert. Damit sollten in der Praxis knapp 7 Stunden Laufzeit erreicht werden, genial. Warum Sony es im Vergleich zu Microsoft schafft, die nahezu gleichen Komponenten in ein 9,9mm dickes Gehäuse bei dem Vaio Tab 11 zu bekommen, bleibt wieder ein Rätsel. Auch wenn das Gerät gut verarbeitet ist und gut in der Hand liegt, ist Gewicht und Dicke nach wie vor ein Negativfaktor.

Aber richtig böse wird es, beim Blick auf die Preisliste:

Preise: (Quelle: www.mobilegeeks.de)
RAM/Speicher
4 GB/64 GB: 879,- €
4 GB/128 GB: 979,- €
8 GB/256 GB: 1279,- €
8 GB/512 GB/ 1779,- €

Eine für meine Arbeit akzeptable Konfiguration mit Visual Studio, SQL Server und Hyper-V würde bei dem Setting 8 GB / 256 GB mit 1279€ zu Buche schlagen… EintausendZweihundertNeunUndSiebzig!!!! – Eine Menge Holz.
Vor über einem Jahr bekam man für 979€ das erste Surface Pro mit 4GB Ram und einer 128 GB SSD. Heute bezahlt man exakt denselben Preis nur für ein CPU-Plattform Update? Weder die RAM, SSD noch CPU-Preise sind gestiegen, also warum ist das Surface 2 Pro dann so teuer wenn sogar das Gehäuse und das Gewicht gleich sind? Unverständlich…

Mehrwert gibt dem Wert mehr Wert

Aber und das werde ich Microsoft auf ewig übel nehmen, es fiel der Satz “I’ll show you one more thing…” ZUBEHÖR! Touch- und TypeCover gibt es in Version 2, jeweils 1mm dünner (wie geht das überhaupt noch!?!?) sowie hintergrundbeleuchteten Tasten – AWESOME!!! Zusätzlich wird es ein Power-Cover geben, was im Prinzip ein normales Type-Cover mit zusätzlichem Akku entspricht und die Laufzeit von 12h erreichen soll – AWESOME² Und endlich – ich wiederhole ENDLICH – hat man es begriffen und dem Surface 2 Pro eine Dockingstation spendiert mit der Möglichkeit mehrere Monitore anzuschließen – Ich finde keine Worte… Ich muss sagen, ich habe mir von der “Auffrischung” der Surface-Geräte wesentlich mehr erwartet, aber mit dem Zubehör hat Microsoft endlich verstanden was den Mehrwert an einem Gerät ausmachen kann und wie man bei den Leuten das “habenwollen”-Gefühl auslöst.

CNet: Zubehör für das Surface 2 und Surface 2 Pro

Einiges richtig gemacht, aber nicht alles!

Ich betrachte die neuen Surface Geräte mit gemischten Gefühlen. Das Surface 2 hat nur zur Konkurrenz aufgeschlossen und setzt leider wieder keine Ausrufezeichen. Auch wenn die Veränderungen sehr schön sind, so ist es nicht Nachvollziehbar warum weder Mobilfunk noch ein Stylus integriert wurde – besonders letzterer würde dem Gerät etwas geben, was man bei iPads und vielen Androiden vergeblich sucht. Ich sehe keinen Grund, warum sich das aktuelle Surface besser verkaufen sollte, als das alte Surface RT.

Das Surface 2 Pro hatte auch einige Punkte die verbessert werden mussten. Während man bei CPU und Laufzeit gute Arbeit geleistet hat, konnte man weder an der Gehäusedicke noch am Gewicht etwas ändern und das enttäuscht schon etwas. Aber Microsoft scheint mit der Dockingstation das Gerät jetzt als All-In-One-Device zu etablieren und das ist meiner Meinung nach genau das, was den Mehrwert an Windows 8 ausmacht und wird ein absolutes Kaufargument für viele sein. Allerdings sind die Preise nur für ein CPU-Plattform update absolut überzogen und die angebotenen Konfigurationen viel zu teuer.

Neben der erwähnten Dockingstation hat Microsoft auch beim restlichen Zubehör ganze Arbeit geleistet und hat es nicht nur geschafft die Touch- und Typecover noch dünner zu bekommen, sondern auch noch eine Hintergrundbeleuchtung hinzugefügt.

Ich denke das mit den vorgestellten Produkten zwei Bereiche gut (Surface 2) bis sehr gut (Surface 2 pro) bedient werden, aber leider traut sich Microsoft nicht an Einstiegsgeräte mit Intels Bay-Trail Plattform heran, da sie damit Windows RT selbst ausrotten würden – Schade.

Achja und da war ja noch der Trend mit den 7”-Tablets… In Insiderkreisen spekulierte man bereits zur CES mit einem Surface Mini, dann auf dem MWC und danach auf der IFA. Und heue gab es wieder nichts. Warten wir es mal ab, ein 7” Surface Mini mit Bay-Trail würde den Markt ganz bestimmt verändern.

Warum Windows 8 noch etwas Zeit benötigt

Nach knapp 2 Jahren in denen Microsoft ihr neues Betriebssystem Windows 8 auf den Markt gebracht hat, hat sich der durchschlagende Erfolg noch nicht eingestellt. Obwohl man mit dem touch-first Betriebssystem den Markt ordentlich aufmischen wollte, gibt es heute wenige Geräte auf dem Markt, mit denen man das volle Bediengefühl für Windows ausnutzen kann. Aber woran liegt es? Ist das Betriebssystem im Vergleich zu denen von Apple und Google nicht gut genug? Ist die Hardware nicht so smart und cool wie die vergleichbarer Geräte?

Einer für alle, alle auf einen

Als in diesen Tagen die Nachricht die Runde macht, der langjährige Chef von Microsoft Steve Ballmer würde in den nächsten 12 Monaten seinen Hut nehmen und einem neuen Kopf die Umstellung des Unternehmens hin zu Devices & Services zu überlassen, waren viele in Aufbruchsstimmung. Viele hatten schon seit Jahren mit Ballmer den Schuldigen hinter den verschiedenen Problem bei Microsoft ausgemacht, obgleich dieses auch oft an den Haaren herbeigezogen schien, wenn man sich das Beispiel der missglückten Präsentation der XBox One anschaut.

Auf lange Sicht sind die strategischen Entscheidungen allerdings ein wenig zweifelhaft: Noch bevor im Jahr 2007 mit dem iPhone der Smartphone-Boom eingeläutet wurde, gab es diese Geräteklasse bereits. Die Zielgruppe war mehr auf den Businessbereich ausgerichtet, aber diverse Konzepte wie die Bedienung mit einem Stift auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm und das nachinstallieren von Anwendungen (oh mein Gott, das klingt wirklich uncool) gab es bereits, von Microsoft. Mit Windows Mobile und diversen Hardwarepartnern wie HTC war dies ein kleines gesundes Ecosystem welches allerdings keinen breiten Markt bediente, sondern Businessusern oder Nerds vorbehalten war. Noch bevor der nächste Boom der Tablets losgetreten wurde, gab es auch hier bereits ein ähnliches Produkt: Tablet-PCs mit berührungsempfindlichem Bildschirm und Stifteingabe nebst passendem (oder passend gemachtem) Betriebssystem Windows XP Tablet Edition. Auch hier wurde kein großer Kundenkreis erschlossen, sondern wieder nur die Business- und Nerdfraktion bedient.

Nun ist natürlich unbestritten, das Steve Jobs diese Technologien und Geräte massentauglich gemacht hat, das soll auch nicht bezweifelt werden. Aber fraglich ist doch, warum Microsoft diese Technologien nicht derart weiterentwickelt hat? Warum hat man den Vorsprung bei Smartphones und Tablets nicht weiter ausgebaut und durch Forschung und Entwicklung ähnliche Geräte konzipiert, wie es Apple getan hat?

Nun ist das Vergangenheit und in der Gegenwart versucht Microsoft mit Windows 8 und Windows Phone 8 diesen Fehler weitestgehend auszubessern. Aber schauen wir uns fast 2 Jahre danach die verschiedenen Szeneseiten an, jagt eine Hiobsbotschaft die nächste: “PC Verkäufe brechen ein”, “Windows 8 verliert an Marktanteil”, “Windows 8 so unbeliebt wie Windows Vista”. Ist das Betriebssystem wirklich schlecht? Hat Microsoft auch das versaut?

Absatzprobleme in der PC-Branche

Die gesamte Branche (besonders Acer) tut sich derzeit immens einfach daran, mit Windows 8 die Ursache der Problematik gefunden zu haben. Fakt ist, das in diesem Monat August zum ersten mal mehr Tablets als PC-Systeme verkauft wurden. Ja aber wundert das wirklich jemanden? Genau so wenig innovativ wie Microsoft in den letzten Jahren vor Phone 8 und Windows 8 gewesen ist, war es auch die gesamte PC-Industrie. Schon seit etlichen Jahren macht Apple vor wie es funktioniert, gute Geräte zu bauen die cool und sexy sind. Die restliche PC-Branche baute nach wie vor immer dieselben langweiligen Geräte im Notebook oder natürlich Desktopformat. Dabei verdoppelten sich Prozessor, Arbeitsspeicher und Festplatte in regelmäßigen Abständen, aber wirkliche coole Neuerungen gab es nicht. Wenn ich mir meine Notebooks von 2001 und 2008 anschaue, so hat sich dort außer den angesprochenen Verbesserungen im Leistungsbereich nichts geändert, nicht einmal die Auflösung des Displays. Keine neuen Bedienoptionen, keine neuen Geräteformate… nichts was nicht auch alle anderen gemacht haben.

Man könnte jetzt sagen “Apple baut ja auch die Hardware selbst, Microsoft nur die Software, die haben da keinen Einfluss drauf”. Könnte man so sehen, aber warum erkennt dann ausgerechnet Intel dieses Problem, führt mit den Ultrabooks eine neue Gerätegkategorie mit fest definierten Hardwareanforderungen ein und stellt damit zumindest teilweise wieder dieses “haben-wollen” Gefühl der Benutzer her? Warum hat Microsoft es nicht ähnlich wie bei Windows Phone 8 gemacht, bei dem man mit Hardwarevoraussetzungen für ein Betriebssystem bereits sehr gute Erfahrungen gemacht hat? Auch Fragen die sich Ballmer gefallen lassen muss.

Aber Hersteller von traditionellen Geräteklassen wie Desktop oder Notebooks sollten sich endlich darüber im klaren sein, das diese Klassen ihre Schuldigkeit langsam getan haben und bald durch andere abgelöst werden. Im Home-Bereich ist dies meiner Meinung nach schon erfolgt und auch im Business-Bereich wird dies durch die BYOD-Konzepte über kurz oder lang auch passieren.

Die Abhängigkeit

Aber auch wenn Intel im Ultrabook-Bereich richtig gehandelt hat, liegt meiner Meinung nach hier das Hauptproblem für den schlechten Start von Windows 8. Während in den vergangenen Jahren bei Intel lediglich Prozessortakt, Anzahl der Kerne und Leistung die treibende Kraft war, haben andere Hersteller von Prozessoren anderer Architekturen den mobilen Trend erkannt und ihre Prozessorsysteme auf Leistung und Verbrauch hin optimiert. Als Microsoft dann mit einem Tablet-Desktopbetriebssystem an den Start gegangen ist, stand der langjährige Hardwarepartner Intel mit dem hochpreisigen CoreI-  und der niedrig preisigen Atom-Plattform bereit.

Die CoreI Plattform war jahrelang für Notebooks und Desktopgeräte auf Leistung und weniger auf Mobilität hin optimiert. Der Energieverbrauch war derart hoch, das die Prozessoren aktiv gekühlt werden mussten und große Akkus kaum mehr als 4h Laufzeit boten, bei entsprechendem Gewicht natürlich. Also wie sahen die ersten Geräte für Windows 8 aus? Dick, Schwer und mit einer schlechten Akkulaufzeit. Also genau das Gegenteil von dem, was man von einem gut mobil nutzbares Gerät erwarten würde. Die veranschlagten Preise von mindestens 1000€ taten ihr übriges dazu. Das von Microsoft entwickelte Surface Pro ist ein tolles Gerät, wenn aber der Prozessor der maßgebliche Faktor für Laufzeit und Dicke des Gerätes ist, kann Microsoft die Gesetze der Physik eben auch nicht ändern.

Die Atom Plattform hatte man aus dem Hype der Netbooks mitgebrach. Diese rasant gewachsene Gerätekategorie hatte Intel maßlos überfordert. Die Systeme boten kaum Leistung, mussten trotzdem noch aktiv gekühlt werden und auch in Nachfolgegenerationen war die Leistung dermaßen unterirdisch das die komplette Gerätekategorie mehr oder weniger über Nacht gestorben war, denn ein neuer Stern war am Himmel: die Tablets. Mit stromsparenden Prozessoren waren ohne Probleme 7-8h Laufzeit möglich und alle Aktivitäten der früheren Netbooks konnten damit erledigt werden. Und mit genau dieser quasi schon toten Technologie gingen die ersten Tablets mit Windows 8 an den Start: Langsame Prozessoren, schnarchend langsame Festplatten (Intel bietet bei Atom-Systemen keine SATA-Schnittstelle) und maximal 2 GB Arbeitsspeicher. Und wenn man schon in punkte Gewicht, Gerätedicke und Geschwindigkeit hinter anderen Systemen hängt, kann man auch direkt einen höheren Preis verlangen: Ein “Convertible” Vivo Tab von Samsung kostet zu Beginn knapp 800 € – Netbookhardware zu Ultrabookpreisen.

Seit ende Juni 2013 hat Intel ihrer CoreI-Plattform das Hashwell-Update verpasst, welches endlich wirklich leistungsstarke und verbrauchsarme Prozessoren und damit dünne Tablets mit einer hohen Laufzeit ermöglichen. Aber im low-cost Bereich lässt Intel weiter auf sich warten und stellt die neue BayTrail-Plattform für frühestens Weihnachten in Aussicht. Dann allerdings soll die Leistung stark steigen, der Verbrauch sinken und die Abwärme komplett passiv gekühlte Geräte für ~200 € ermöglichen. Warten wir es ab…

Die aktuell auf den Markt gebrachten Geräte von Sony und Samsung mit den Haswell-Prozessoren sind endlich bereit für Windows 8: Convertible-Systeme die sehr dünn und sehr leistungsfähig sind und noch dazu eine sehr hohe Akkulaufzeit bieten. Der Preis ist natürlich noch sehr hoch, aber auch das wird sich mit der Zeit und mehr Geräten in dieser Klasse regeln. Im Low-Cost Bereich wird sich leider auch bis zum Ende Jahres nicht viel tun, denn auch alle aktuell auf den markt gebrachten Geräte (Samsung Ativ Tab) basieren auf dem langsamen BayTrail-Prozessoren und bei einem Preis ~700€ sind die Geräte schon abgeschrieben.

Bald wird alles gut

Ich denke das der Schritt von Microsoft mit dem neuen Elementen in Windows 8 absolut richtig war und die Zukunftsfähigkeit des Betriebssystem sicherstellt. Das viele Benutzer von Desktop- und Notebooksystemen ohne Touch nicht mit allem einverstanden sind, verstehe ich, allerdings sollten sich diese Benutzer in klaren sein, das die Gerätekategorie über kurz oder lang aussterben wird und Microsoft mit Ihrem Betriebssystem diesen Wandel und diese Migration mitmachen muss.

Da diese “älteren” Geräte nicht die volle Freude an Windows 8 entfachen und mangels Plattform keine attraktiven Geräte massentauglich zur Verfügung gestellt werden konnten, ist die Verbreitung noch nicht so weit fortgeschritten. Aber mit neuen Prozessoren und vielen neuen attraktiven Geräten wird sich das schon bald ändern und Windows 8 endlich den Erfolg im mobilen Bereich erzielen, wie es Windows XP und Windows 7 im klassischen Bereich erzielt hat.

Windows Phone 7 Mango Update mit einem Trick schon jetzt für alle Geräte

imageMicrosoft hat beschlossen das Mango Update für Windows Phone 7 in mehreren Wellen auszurollen und so kommt es, das einige noch auf das Update warten müssen (z.B. alle die das Samsung Omnia 7 besitzen). Mit einem kleinen Trick kann man den Updatemechanismus umgehen und jetzt schon in den Genuss des Updates kommen:

  1. Zune Software updaten
  2. Einstellungen –> Telefon
  3. Danach auf Aktualisieren klicken
  4. Normal zeigt er hier “Kein Update verfügbar an”, wenn man jedoch direkt nach dem Klick die Internetverbindung trennt, wird das Mango-Update gefunden

Nach ca. 30 Minuten ist man dann unterwegs mit Windows Phone 7 Mango…

Viel Spaß damit Smiley